
Violett
Bühnenkomposition von Wassily Kandinsky
Musik und Sounddesign: Ali N. Askin, Inszenierung und Choreografie: Arila Siegert, Bühne: Moritz Nitsche, Kostüme und Requisiten: Marie-Louise Strandt
Lichtdesign und Filme: Guido Petzold, Live-Malerei: Helge Leiberg, Chorleitung: Sebastian Kennerknecht
mit: Kerstein Schweers, Jörg Thieme, Opernchor, Kinderchor und Tänzer*innen des Anhaltischen Theaters
Im Rahmen des Festivals Bühne TOTAL der Stiftung Bauhaus Dessau, Musiker der Anhaltischen Philharmonie Dessau
Mann und Frau und ihre Kämpfe, wer kennt sie nicht. Viele Geschichten beginnen mit dieser kleinsten Einheit der Gesellschaft. Aber bevor wir dem skurrilen Miteinander seiner »Dame« und seines »Herrn« beiwohnen, hat der Maler Kandinsky uns schon in sein Spiel der Farben entführt, das dem Abend den Rahmen gibt. Kaum haben wir einen Blick in das »Zimmer«, den Rückzugsort der beiden Protagonisten geworfen, werden wir hinausgetrieben in eine Welt des Wandels und des Aufbruchs in eine neue, unbekannte Zeit.
Wir treffen auf Profiteure der Veränderungen und auf jene, die mit den Folgen der Umwälzungen ringen oder unter ihnen leiden. In stetem Wechsel zwischen diesem Drinnen und Draußen bewegt sich das Stück.
Kandinsky setzt alle Elemente ein, aus denen für ihn eine Bühnenkomposition bestehen muss: »Musikalischer Ton und seine Bewegung; körperlich-seelischer Klang und seine Bewegung, durch Menschen und Gegenstände ausgedrückt; farbiger Ton und seine Bewegung.« Dabei haben für ihn Musik, Tanz/Bewegung, Sprache, Farbe und Licht den gleichen Stellenwert. Den Zuschauer mit allen Sinnen anzusprechen und ihn zum Teil des Geschehens zu machen ist sein Anspruch, den er mit Walter Gropius teilt. Dessen Totaltheater – wenn auch eine kleinere Version des ursprünglich für 2.000 Zuschauer geplanten Raumtheaters – bietet alle Möglichkeiten für ein wahres Spektakel. Anlässlich der Bauhaus-Festspiele 2019 führt das Anhaltische Theater Dessau erstmals die Ideen dieser zwei Bauhaus-Meister zusammen.
UA: 13.September 2019





